Zustand, Kosten und Investitionsbedarf in der Schweizer Abwasserentsorgung
Trotz des hohen
Entwicklungsniveaus der schweizerischen Abwasserentsorgung ergibt sich für eine
nachhaltige Siedlungsentwässerung ein hoher Investitionsbedarf. Für eine
strategische Investitionsplanung auf regionalem oder nationalem Niveau in der
Schweiz fehlt jedoch eine abgesicherte Datengrundlage zum Zustand der
Abwasserinfrastruktur, zur Kostensituation und zum heutigen Investitionsbedarf.
Ziel dieses Projekts
war es, die konzeptionellen Grundlagen zu schaffen, um die schweizerischen
Siedlungsentwässerung systematisch zu analysieren. Damit konnte erstmals ein
Status Quo der Schweizer Abwasserentsorgung ermittelt werde.
Demnach wird das
Abwasser der Schweiz in 759 zentralen Kläranlagen (grösser als 500
Einwohnerwerte) gereinigt. Der Wiederbeschaffungswert dieser Kläranlagen
beträgt 10.1 Milliarden Franken. Die Abwassereinigung kostet jährlich 819
Mio. Franken.
Die Ableitung von
Schmutz und Regenwasser erfolgt mit 47’400 km öffentlicher Kanalisation. Der
hochgerechnete Wert dieser Anlagen beträgt 55.2 Milliarden Franken. Für die
Betriebs- und Kapitalkosten dieser Anlagen werden jährlich 875 Mio. Franken
ausgegeben.
Zwei Drittel der
Kanalisation wurde in den letzten 50 Jahren erbaut, wobei Städte deutlich
ältere Bauten besitzen als ländliche Gemeinden. Rund 23% der untersuchten
Kanäle weisen starke Beschädigungen auf.
Zusätzlich sorgen noch
mehr als 3’400 Kleinkläranlagen, etwa 42'000 km Liegenschaftsentwässerung und
rund 1'700’000 Hausanschlüsse für eine gute Siedlungshygiene. Der Gesamtwert
der schweizerischen Abwasserentsorgung kann insgesamt auf knapp 100 Milliarden
Franken geschätzt werden.
Schlussbericht [pdf 5.1 MB]

