Eawag
Überlandstrasse 133
Postfach 611
8600 Dübendorf
Schweiz

Tel. +41 (0)58 765 55 11
Fax +41 (0)58 765 50 28
info@eawag.ch
Forschung » SWW » Forschung » Urbane Einzugsgebiete » Apuss - Zustandsbewertung von Kanalnetzen
Eawag - Aquatic Research
  Home Kontakt Suche DE | EN | FR
 
Siedlungswasserwirtschaft
Apuss - Zustandsbewertung von Kanalnetzen

Apuss - Zustandsbewertung von Kanalnetzen

Entwicklung neuer Methoden zur Quantifizierung von Infiltration und Exfiltration im Bereich von undichten Kanalisationen

Projektbeschreibung: Im Januar 2001 startete das europäische Forschungsprojekt APUSS („Assessment of the Performance of Urban Sewer Systems“), in dem 10 Partner aus Forschung und Wirtschaft sich zusammengeschlossen haben. In Zusammenarbeit mit Kommunen und Betreibern von Entwässerungsnetzen sollen Grundlagen zur Bewertung der Funktionsweise städticher Kanalisationen erarbeitet werden.

Beteiligung der Eawag am APUSS-Projekt:

Die Forschungsarbeit an der Eawag hat die Entwicklung neuer Methoden zum Ziel, mit denen Ex- bzw. Infiltration möglichst exakt quantifiziert werden sollen. Die Verwendung von künstlichen und natürlichen Tracersubstanzen soll dabei die Unterscheidung von Abwasser und zusickerndem Grundwasser ermöglichen. Gleichermassen sollen allfällige Verluste aus dem Entwässerungssystem mit Tracern quantitativ erfasst werden.

Infiltration:

Die heute gebräuchlichen Methoden zur Bestimmung des Fremdwasseranteiles (z.B. über die Bilanzierung von Trinkwasserverbrauch und Abwasseranfall oder die Bestimmung des Nachtminimums des Trockenwetter-Zuflusses) sind in der Regel noch mit grossen Unsicherheiten behaftet. Ein Bedarf an neuen, praktikableren Werkzeugen zur Fremdwasserbestimmung ist nicht von der Hand zu weisen.

Unter diesem Gesichtspunkt evaluieren wir derzeit die Nutzung spezifischer physikochemischer Eigenschaften des lokalen Trink-, Grund- und Abwassers als "natürliche“ Mischungs- oder Verdünnungstracer. Der Einsatz künstlicher Tracersubstanzen zur grossräumigen Bestimmung der Infiltration schliesst sich hingegen aus Gründen der praktischen Durchführbarkeit und des Umweltschutzes weitestgehend aus, da dies die homogen Markierung ganzer Grundwasserleiter implizieren würde. Um mit gut definierter Randbedingungen starten zu können, beschränken wir uns zunächst auf die Untersuchung des grundwasserbürtigen Fremdwasseranteiles unter Trockenwetterbedingungen. Verschiedene, sich derzeit in der Erprobung befindende Ansätze, sollen hierzu beispielsweise die Isotopenzusammensetzung des Wassers, charakteristische Nebenprodukte der Trinkwasser-aufbereitung und/ oder die Analyse des zeitlichdynamischen Verhaltens verschmutzungsindizierender Parameter im Abwasser verwenden.


Exfiltration:

Vom heutigen Erkenntnisstand ist davon auszugehen, dass ein grosser Prozentsatz der städtischen Kanalisationen in Europa in einem schlechten strukturellen Zustand ist. Aus schadhaften Stellen austretendes Abwasser kann dabei sowohl eine direkte als auch indirekte Trinkwassergefährdung darstellen, weshalb die Exfiltration aus undichten Kanalnetzen als ernstzunehmende Gefährdung für Mensch und Umwelt eingestuft wird.

Angaben über durchschnittliche Abwasserverluste schwanken im Bereich von 0-10% des anfallenden Abwassers, scheinen aber mit sehr grossen Unsicherheiten behaftet. Bislang haben selbst vielversprechende Forschungsprojekte keine wissenschaftlich fundierte Basis zur Charakterisierung dieses Problems liefern können.

Die Grundidee ist, dass das Abwasser mit einem oder mehreren "künstlichen" Tracern markiert wird und die Substanz über die Messtecke bilanziert wird. Unter Berücksichtigung von Adsorption und biologischem oder chemischem Abbau sollten allfällige Verluste von Tracermasse direkte Rückschlüsse auf die verlorengegangene Wassermenge erlauben.

apuss

Oben: Isotopen-basierte Charakterisierung des Abwasser-Tagesgangs und Auftrennung in die elementaren Bestandteile “Schmutzwasser” und “Infiltration”

Unten: Exemplarischer Datensatz der QUEST Methode, mit der man Abwasserverluste durch die Zugabe von künstlichen Markierungsstoffen quantifizieren kann

APUSS Projekt-Homepage

Kontakt

Kontakt

Projektbearbeitung
Prof. Dr. Willi Gujer
Oliver Kracht
Jörg Rieckermann

Projektleiter
Prof. Dr. Willi Gujer
Institut für Umweltingenieurwissenschaften, IfU
Departement Bau und Umwelt, ETHZ

Unterstützung durch
Eawag, ETH, BBW