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Oberflächengewässer
Flood Alp

Flood Alp

Rekonstruktion vergangener Hochwasserereignisse in den Alpen

Durch Starkregen verursachte Hochwasser zählen zu den grössten Naturgefahren in den Alpen und riefen in den letzten Jahren Schäden im Bereich mehrerer Milliarden Schweizer Franken hervor. Neue Klimamodelle deuten auf eine Zunahme der Frequenz und der Intensität von solchen Hochwasserereignissen als Resultat des Klimawandels hin. Zur Modellierung dieser vermuteten Zunahme, muss die natürliche Variabilität der Extremereignisse mit Hilfe historischer Aufzeichnungen bestimmt werden. Anhand des relativ kurzen Zeitintervalls können jedoch kaum gesicherte Aussagen über alle Faktoren, welche diese Extremereignisse beeinflussen, gemacht werden. Eine komplette Aufzeichnung der Hochwasserereignisse der Alpen über die letzten 10’000 Jahre existiert bislang nicht.

Dieses Projekt will die Frequenz und Intensität der Hochwasserereignisse in den Alpen über das gesamte Holozän rekonstruieren. Dabei werden Seesedimente als natürliche geologische Archive genutzt, in welchen auch prähistorische Ereignisse gespeichert sind. Charakteristische Sedimentlagen in den Seebecken zeichnen diese Extremereignisse auf und können von den Hintergrundsedimenten unterschieden werden.

In diesem Projekt werden zwölf Seen in unterschiedlichen Höhenlagen in einem nord-süd verlaufenden Profils durch die Alpen untersucht. Die grosse Anzahl von Seen ist notwendig, um eine statistisch aussagekräftige Basis an Hochwasserereignissen zu haben. So können regionale Einflüsse wahrgenommen und lokal Ausreisser vermieden werden. Das nord-süd verlaufende Profil soll Informationen über regionale Zirkulationsmuster, welche die  Verteilung von Feuchtigkeit und Niederschlag kontrollieren, generieren. Aussagen über die saisonale Hochwasserverteilung kann anhand der Höhenunterschiede der untersuchten Seen gemacht werden, da höher gelegene Seen über das Winterhalbjahr gefroren sind und nur Hochwasserereignisse des Sommers aufzeichnen. Zeitliche Muster der Flutereignisse werden mit unabhängigen Kurven von Klimaparameter verglichen, so dass der potentielle Einfluss des Klimas (z.B. Temperatur, NAO-Index) auf Flutereignisse bestimmt werden kann.

Die Ergebnisse dieser Studie könnten zu äusserst wichtigen Inputs für globale oder regionale Klimamodelle führen. Da einige Perioden des Holozäns wärmer waren als heute, könnten diese Zeiträume als Analogien  für zukünftige wärmere Perioden mit einem beschleunigten hydrologischen Kreislauf dienen.

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