Abteilung Fischökologie & Evolution

Fischökologie & Evolution (FishEc)

Wir arbeiten an Ökologie, Evolution und Biodiversität von aquatischen Organismen, mit Schwerpunkt auf Fischen. Wir erforschen die Mechanismen der Entstehung, der Persistenz und des Verlustes von Biodiversität.

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Publikations-News

Joana Meier, Ole Seehausen und Co haben eine Studie in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Sie sind dem Rätsel wie in der Viktoriasee-Region 700 verschiedene Buntbarscharten in nur 150,000 Jahren entstehen konnten, ein Stück nähergekommen. Mithilfe von Genomsequenzierung von über hundert Buntbarschen aus ganz Afrika, haben sie gezeigt, dass diese Buntbarschvielfalt aus einer Kreuzung zweier entfernt verwandter Buntbarscharten aus dem Nil- und dem Kongo-Einzugsgebiet enstanden sind. Durch die Vermischung der Nil- und Kongoarten, ist eine riesige genetische Vielfalt entstanden. Als die ökologischen Bedingungen passten, sind durch Neukombination der Genvarianten vielen neue Arten entstanden. Als sich der Viktoriasee vor 15,000 Jahren wieder mit Wasser füllte, entstanden so in dieser kurzen Zeit 500 Arten. Die AutorInnen schlussfolgern, dass natürliche Artkreuzungen unter gewissen Umständen die Biodiversität erhöhen kann.

Original Publikation 

Eawag-News

Tim Alexander, Pascal Vonlanthen und Ole Sehhausen haben sowohl publizierte Arbeiten reviewed, wie auch neue Daten von Projet Lac zum Thema wie Eutrophie die Evolution in Seen beeinflusst hinzugefügt. Eutrophierung von Seen führt üblicherweise zu reduzierter Spezialisation und auch zu genetischer und phänotypischer Homogenisierung zwischen Seen und zwischen Nischen innerhalb von Seen. Der Verlust von funktionaler Diversität und Nischendifferenzierung kann dazu führen, dass die ökologische Belastbarkeit (carrying capacity) kleiner werden und die Ressourcen-Verarbeitungs Effizienz der Konsumenten im Ökosystem verringert wird. Dies ist ein Beispiel wie evolutionäre Prozesse verursacht durch anthropogene Umweltveränderung wiederum einen langfristigen Effekt auf Biodiversität und Ökosysteme haben kann.

Alexander,T.J.; Vonlanthen,P.; Seehausen,O. (2016) Does eutrophication-driven evolution change aquatic ecosystems?, Philosophical Transactions of The Royal Society B, 10 pp., doi:10.1098/rstb.2016.0041, Institutional Repository

Miguel Leal, Ole Seehausen und Blake Matthews haben einen Artikel in TREE über die Ökologie und Evolution von stoichiometrischen Phänotypen publiziert. Der stoichiometrische oder elementare Phänotyp ist durch die Element-Zusammensetztung, -Assimilation, -Allokation oder -Exkretion eines Individuums definiert, gemessen als Element Inhalt oder Verhältnis von Elementen. Miguel et al diskutieren wie Variation im elementaren Phänotyp zwischen Individuen die individuelle Fitness beeinflussen kann, und wie die Evolution von elementaren Phänotypen Ökosystem beeinflussen können. Sie machen Vorschläge für ein Forschungsprogramm, um diese Fragen zu untersuchen. Diese Forschung könnte uns helfen besser vorauszusagen wie Organismen sich an eine verändernde Umwelt anpassen und kann unser Verständnis von eco-evolutionary feedbacks verbessern.

Leal,M.C.; Seehausen,O.; Matthews,B. (2017) The ecology and evolution of stoichiometric phenotypes, Trends in Ecology and Evolution, 10 pp., doi:10.1016/j.tree.2016.11.006, Institutional Repository

Forschungsprojekte

We investigate the mechanisms of speciation and adaptive radiation
Genome evolution and genomic divergence across the Swiss Alpine whitefish radiation
Investigating the interactions between migration ecology, local adaptation and diversification