Abteilung Aquatische Ökologie

Der Zürichsee im Wandel

Im Spätsommer 2024 haben wir während einer Beprobung etwas Unerwartetes gefunden: die Quagga-Muschel zum ersten Mal überhaupt im Zürichsee. Die Art ist noch selten und räumlich begrenzt, was auf eine frühe Invasionsphase hindeutet. Doch was aus dem Bodensee bekannt ist, gibt zu denken: Dort hat sich die Muschel bis in grosse Tiefen ausgebreitet und stellenweise sehr hohe Dichten erreicht.

Um zu verstehen, was diese Invasion bedeutet, muss man wissen, wie es vorher war. Genau das ist der Kern dieses Projekts. Wir untersuchen die kleinen Tiere, die im und auf dem Sediment der Uferzone leben sie recyceln Nährstoffe und bilden die Grundlage wichtiger Nahrungsnetze. Über 113'000 Individuen wurden entlang dreier Tiefenzonen (1 m, 5 m, 15 m) erfasst und bestimmt, und das in beiden Seebecken Obersee und Untersee.

Dabei interessiert uns nicht nur, welche Arten vorkommen, sondern auch welche Rolle jede Art im Ökosystem spielt. Die Ergebnisse zeigen bereits klare Unterschiede: Der Untersee ist stärker von invasiven Arten geprägt, der Obersee weist eine grössere Vielfalt an ökologischen Funktionen auf. Uferverbauungen wie Hafenanlagen oder künstliche Befestigungen verstärken diesen Effekt empfindlichere Arten verschwinden, robustere und oft invasive Arten profitieren.

Wir wissen jetzt, wie der Zürichsee zu Beginn der Quagga-Invasion aussah. Diese Ausgangslage ist entscheidend nur so lässt sich in den kommenden Jahren erkennen, was sich wirklich verändert.

Invasive Quagga-Muscheln: Kollabierende Seen und Millionenschäden | Einstein | SRF Wissen:

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Julie Conrads PhD Studentin Tel. +41 58 765 6484 E-Mail senden

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