Abteilung Aquatische Ökologie

Populationsgenomik und die Ausbreitung der Quagga-Muschel

Die Quagga-Muschel breitet sich seit Jahren rasant in europäischen Seen aus oft unbemerkt, bis ihre ökologischen und wirtschaftlichen Folgen nicht mehr zu übersehen sind. Doch woher stammen die Populationen in der Schweiz? Wurden sie mehrfach eingeschleppt? Und gibt es Wege, über die sie sich verbreitet hat, die wir bislang gar nicht kannten?

Um das herauszufinden, lesen wir das gesamte Erbgut der Muscheln vergleichbar mit einem genetischen Fingerabdruck. Wir analysieren über 600 Genome aus der Schweiz, aus anderen europäischen Ländern, aus Nordamerika und aus der ursprünglichen Heimat der Art: dem Gebiet rund um das Schwarze Meer und das Kaspische Meer. So rekonstruieren wir, wie sich die Muschel weltweit ausgebreitet hat.

Warum ist das wichtig? Wer weiss, woher eine Invasion kommt, kann besser verstehen, wie sie sich weiterentwickelt und gezielter eingreifen. Die genetischen Daten ergänzen bestehende Beobachtungsprogramme um eine neue Perspektive und helfen, Einschleppungsereignisse von einer natürlichen Weiterausbreitung zu unterscheiden.

Kontakt

Julie Conrads PhD Studentin Tel. +41 58 765 6484 E-Mail senden

Weitere Informationen