Abteilung Aquatische Ökologie
Schweizerische nationale Bewertung der Biodiversität und Ökosystemleistungen von Seen (SNALBES)
Dieses Projekt wird vom SNF NRP82-Programm «Förderung der Biodiversität und nachhaltiger Ökosystemleistungen für die Schweiz» finanziert.
Seen sind für die kulturelle Identität und das Naturerbe der Schweiz von zentraler Bedeutung. Trotz nationaler gesetzlicher Vorschriften und Verpflichtungen aus internationalen Übereinkommen gibt es derzeit weder eine standardisierte nationale Übersicht über den Zustand der Biodiversität in Schweizer Seen noch eine Bewertung der vielfältigen Werte, die Seen der Schweizer Bevölkerung in Bezug auf Biodiversität, Ökosystemleistungen oder Naturleistungen für den Menschen (NCPs) bieten.
Das SNALBES-Projekt wird diese Lücken durch drei Arbeitspakete schließen (siehe Abb. 1 unten):
- Basisbewertung des Zustands der Biodiversität für 240 Schweizer Seen, die nach Größe, Höhe und menschlichem Einfluss gestaffelt sind
- Die Entwicklung und Umsetzung einer schweizweiten biologischen Seebewertung, d. h. die Erstellung eines Prototyps für ein Modul-Stufen-Konzept (MSK), das Seen von schlecht bis sehr gut einstuft.
- Die vielfältige Bewertung der Schweizer Seen hinsichtlich ihrer Biodiversität und der wichtigsten Beiträge der Natur für den Menschen (NCPs), die sie erbringen (z. B. Lebensraum, Erholung, Identitätsstiftung).
Das Arbeitspaket 1 (WP1) konzentriert sich auf die Beantwortung der folgenden zwei Fragen: 1) Wie ist der Zustand der Biodiversität in den Schweizer Seen und wie wird er durch den Klimawandel und andere menschliche Einflüsse beeinflusst? und 2) Wie können wir ein nachhaltiges, schweizweites Programm zur Erfassung der Biodiversität in Seen entwickeln und umsetzen, dass die Entscheidungsfindung im Bereich des Seemanagements unterstützt? Zusammen mit lokalen, kantonalen und eidgenössischen Behörden wird das Team Methoden zur Überwachung der Biodiversität entwickeln und die erste landesweite Bewertung von mehr als 200 Seen durchführen. Diese Seen decken das gesamte Spektrum menschlicher Einflüsse ab, von unberührten alpinen Gewässern bis hin zu solchen, die stark von Erwärmung, intensiver Landwirtschaft, Urbanisierung oder invasiven Arten wie der Quagga-Muschel betroffen sind.
In WP2 werden wir untersuchen, wie wir die in WP 1 gesammelten Biodiversitätsdaten am besten nutzen können, um den biologischen Zustand von Seen zu bewerten. Um diese Forschungsfrage zu beantworten, werden wir bestehende biologische Bewertungsmethoden überprüfen und bewerten und Empfehlungen dazu abgeben, welche gemessenen biologischen Variablen (z. B. Artenreichtum oder Häufigkeit bestimmter Taxa) am empfindlichsten auf menschliche Einflüsse reagieren. Das Ergebnis dieses Prozesses wird ein Prototyp eines MSK sein, den wir dann zur Durchführung der ersten biologischen Basisbewertung des Zustands der Schweizer Seen verwenden werden.
Schließlich wird WP3 die vielfältigen (monetären und nicht-monetären) Werte der Schweizer Seen untersuchen. Die wirtschaftliche Analyse wird die Präferenzen und die Zahlungsbereitschaft der Schweizer Bevölkerung für die Verbesserung des biologischen, chemischen und physikalischen Zustands der Schweizer Seen ermitteln, den monetären Wert der erwarteten Veränderungen der Biodiversität der Seen und der wichtigsten NCPs schätzen und die nicht-monetären Werte identifizieren, die die Schweizer Bevölkerung mit Seen verbindet (z. B. Lernen und Inspiration).
Projektteam
Unser Projekt wird gemeinsam von Anita Narwani, Blake Matthews und Ivana Logar von der Eawag in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Wasser des Bundesamtes für Umwelt geleitet. Wenn Sie Interesse haben, sich zu beteiligen, wenden Sie sich bitte an unsere Projektkoordinatorin (Nadine Fragnière).