Abteilung Wasserressourcen und Trinkwasser

Urbanisierung und Grundwasserneubildung

Die tiefgreifenden Auswirkungen der Urbanisierung auf die Grundwasserneubildungsraten wurden anhand einer umfassenden Landnutzungs- und Landbedeckungsanalyse in Arusha, Tansania, unter Verwendung des WetSpass-Modells untersucht. Zwischen 1995 und 2016 hat sich die städtische Fläche innerhalb des Untersuchungsgebiets von 14 % auf 45 % ausgedehnt. Diese rasante Urbanisierung hat zur Umwandlung von Waldflächen, landwirtschaftlichen Flächen, Buschland und kahlem Boden in städtische Gebiete geführt. Die Ergebnisse zeigten, dass unter vorurbanen Bedingungen die Grundwasserneubildung aus Niederschlägen bei ~116 mm/Jahr lag, was bis 2016 auf durchschnittlich 148 mm/Jahr anstieg. Unter Berücksichtigung anthropogener Faktoren wie Trinkwasserleckagen und Vor-Ort-Sanitäranlagen stieg die Neubildung weiter auf 195 mm/Jahr. Diese zusätzlichen Neubildungsquellen trugen zusammen mit einer verringerten Evapotranspiration aufgrund von Landnutzungsänderungen zu diesem Anstieg bei, trotz eines höheren Oberflächenabflusses. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Landnutzung und des Leckagenmanagements in städtischen Gebieten sowie die räumliche Variabilität der Grundwasserneubildungsraten in verschiedenen städtischen Gebieten und betonen die Bedeutung lokaler Faktoren. Diese Studie fördert das Verständnis der komplexen Beziehung zwischen Urbanisierung und Grundwasserdynamik und liefert Erkenntnisse für die zukünftige Wasserressourcenbewirtschaftung in schnell wachsenden städtischen Regionen.

  • Elizabeth Kiflay, Water Resources and Drinking Water (W+T), IHE Delft Institute for Water Education, Delft, Netherlands
  • Jan Willem Foppen, IHE Delft Institute for Water Education, Delft, Netherlands

Partner

EPP Scholarship program of Eawag with IHE Delft Institute for Water Education, Delft, Netherlands