Abteilung Wasserressourcen und Trinkwasser
Urbanisierung und Grundwasserneubildungsraten
Ziel dieser Studie war es, Einblicke in die städtische Grundwasserneubildung zu gewinnen, indem Wasserhaushaltsberechnungen für vier verschiedene Zeiträume für einen städtischen Untersuchungsstandort in der Nordschweiz durchgeführt wurden. Unsere Studie zeigt eine starke positive Korrelation zwischen den Grundwasserneubildungsraten und der Ausdehnung des Stadtgebiets. Im Einzelnen wuchs das Stadtgebiet am Untersuchungsstandort von 6 % im Jahr 1880 auf 44 % im Jahr 2009, was zu einem Anstieg der mittleren Grundwasserneubildungsrate führte. Der Anstieg der Neubildung ist jedoch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet, aber er liegt je nach Parameterkombination, die aus dem Monte-Carlo-Ansatz hervorgeht, zwischen 29 % und 67 %. Basierend auf unseren Wasserhaushaltsberechnungen führt die Umwandlung natürlicher Landschaften in undurchlässige Flächen zu einem Anstieg der Grundwasserneubildungsraten, da die Verringerung der Evapotranspiration den Anstieg des Oberflächenabflusses mehr als ausgleicht. Darüber hinaus tragen Leckagen in Wasserleitungen zu einem Anstieg der Neubildungsraten bei. Insgesamt zeigen wir, dass ein besseres Verständnis der Veränderungen der Grundwasserneubildung in städtischen Gebieten erforderlich ist, um eine nachhaltige Wasserwirtschaft zu erreichen. Wir hoffen, dass dieses Beispiel die hydrogeologische Fachwelt dazu anregen wird, die urbane Grundwasserneubildung mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
- Morgane Minnig, Water Resources and Drinking Water (W+T)
- Dirk Radny, Water Resources and Drinking Water (W+T)
Publikation
Minnig, M., Moeck, C., Radny, D., Schirmer, M. 2018. Impact of urbanization on groundwater recharge rates in Dübendorf, Switzerland. Journal of Hydrology, 563, 1135–1146, doi.org/10.1016/j.jhydrol.2017.09.058.