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Eawag begrüsst Revision des Epidemiengesetzes

22. März 2024

Die Eawag begrüsst im Rahmen der öffentlichen Vernehmlassung die vorgesehene Revision des Epidemiengesetzes. Die Änderungen verbessern die Zusammenarbeit aller Akteure, um die Bevölkerung noch besser vor übertragbaren Krankheiten und Antibiotikaresistenzen zu schützen. Die Stellungnahme des Wasserforschungsinstituts hebt besonders die ganzheitliche Herangehensweise hervor, welche die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt einschliesst.

Der One Health–Ansatz im Revisionsvorschlag des Epidemiengesetzes EpG, so Eawag Direktor Martin Ackermann, denke «die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Auswirkungen aus der Umwelt zusammen». Er sei daher besonders zielführend.

Abwasser als Probentyp einschliessen

Während der Coronapandemie hat die Eawag federführend die schweizweite Überwachung epidemiologischer Indikatoren im Abwasser etabliert. Die gewonnenen Daten ermöglichten wichtige Einblicke in die Virenlast der Bevölkerung, gaben Aufschluss über das Verbreitungsmuster des SARS-CoV-2 Virus und über die Zirkulation problematischer Virusvarianten. Die Herangehensweise erwies sich als eine der effizientesten Methoden in der Pandemiebewältigung und ist seither integraler Bestandteil des nationalen Abwassermonitorings des Bundes. Aus Sicht der Eawag soll daher das Abwasser im EpG als Probentyp in die Liste der Materialien für Genomanalysen aufgenommen werden.

Resistenzbildung verfolgen

Weiter regt die Eawag an, die Überwachung von Resistenzen im Abwasser gleichwertig mit der Überwachung von übertragbaren Krankheiten und mit dem Verbrauch antimikrobieller Substanzen im Gesetz aufzunehmen. Das Gesetz sollte ausserdem flexibel genug formuliert sein, um bei neuen Erkenntnissen über Resistenzbildung oder Resistenzmechanismen neue Massnahmen für die Erhaltung der Wirksamkeit antimikrobieller Substanzen zu erlassen.

Schreiben der Eawag ans Bundesamt für Gesundheit und detaillierte Vernehmlassungsantwort der Eawag zur Revision EpG [pdf].
 

Titelbild: Eingefrorene Abwasserproben für die Analyse auf SARS-CoV-2 Virengut. (Foto: Keystone, Gaetan Bally)