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Prof. Martin Ackermann (Foto: Ethan Oelman)

Martin Ackermann übernimmt Leitung der Swiss National COVID-19 Science Task Force

20. Juli 2020,

Die Swiss National COVID-19 Science Task Force hat im Mandat von verschiedenen Stellen des Bundes die Funktion eines nationalen wissenschaftlichen Beratungsgremiums im Kontext der COVID-19-Pandemie. Der bisherige Vize-Leiter Martin Ackermann, Leiter der Eawag-Abteilung Umweltmikrobiologie und ETH-Professor für Ökologie Mikrobieller Systeme, übernimmt ab 1. August 2020 die Leitung der Task Force. 

Martin, Du übernimmst die Leitung der COVID-19 Science Task Force. Was genau ist Deine Rolle? 

Ich werde zusammen mit dem Leitungsteam, also den drei Vice-chairs Monika Buetler, Samia Hurst und Manuel Battegay, die Task Force leiten, Aktivitäten koordinieren und mich im Dialog mit Behörden und anderen Partnern engagieren.

Welche Aufgaben hat die Science Task Force?

Die Aufgabe der Task Force ist es, die Entscheidungsträger bei Bund und Kantonen wissenschaftlich zu beraten zum Thema SARS-CoV-2/COVID-19. Wir nehmen Anfragen von Bundesbehörden – vor allem vom Bundesamt für Gesundheit BAG und vom Eidgenössischen Departement des Innern EDI – und kantonalen Behörden entgegen und liefern wissenschaftliche Analysen. Dazu definierten wir auch eigene Themen, die wir als wichtig einstufen, und analysieren sie. Die Ergebnisse kommunizieren wir den Behörden und besprechen sie mit ihnen. Auf unserer Webseite «Swiss National COVID-19 Science Task Force» machen wir sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wie wichtig ist die Stimme der Wissenschaft bei der Bewältigung der Pandemie?

In den meisten Ländern hat sich ein Konsens gebildet, dass in solchen Krisen einen Dialog zwischen Regierungen und Wissenschaft wichtig ist und dass die Wissenschaft eine unabhängige Stimme haben muss. In der Schweiz ist das gut gelungen – die Wissenschaft wurde direkt involviert in die relevanten Gremien, zum Beispiel den Krisenstab des Bundesrates und jetzt die BAG-Task Force. Zudem hat die wissenschaftliche Task Force auch eine grosse Breite und bietet eine Plattform zum Dialog zwischen Disziplinen, von der Wirtschaft bis hin zur Immunologie.

Du bist bereits seit März als Vice-Leiter der Task Force tätig. Jetzt übernimmst Du zudem die Leitung. Das beansprucht sicher viel Zeit. Wie hat Dich die Eawag unterstützt, um die Aufgaben übernehmen zu können?

Eawag und ETH Zürich haben mich darin unterstützt, mich in der Task Force zu engagieren und dafür viel Zeit aufzuwenden. Die Eawag hat mir erlaubt, mich von Aufgaben innerhalb der Institution für eine Weile weitgehend zurückzuziehen. Frederik Hammes hat die Leitung der Abteilung Umweltmikrobiologie für diese Zeit übernommen. Er macht das hervorragend, sodass ich mich auf die Task Force und die Arbeit mit meiner Forschungsgruppe fokussieren kann.

Kannst Du Dein Eawag-Knowhow in Deiner aktuellen Rolle als Leiter der Task Force einsetzen?

Die Arbeit an der Eawag ist allgemein eine gute Vorbereitung für die Task Force. Als Abteilungsleiter wurde ich vertraut mit inter- und transdisziplinärer Arbeit. Das ist jetzt sehr wertvoll für die Arbeit zwischen den Disziplinen und zwischen Wissenschaft und Interessengruppen. Ich bespreche die wissenschaftliche Situation zu Sars-CoV-2/COVID-19 zudem zwischendurch mit Kolleginnen und Kollegen an der Eawag. Es gibt einiges an Expertenwissen an unserem Institut, auf das ich gerne zurückgreife.

Erstellt von Bärbel Zierl