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Renaturierungsprojekt am Zusammenfluss von Beverin und Inn in Bever. (Foto: Flurin Bertschinger/Ex-Press/BAFU)

PlaNet – Akteure geplant vernetzen

6. Oktober 2020,

Das neue digitale Tool PlaNet erleichtert es Gemeinden, wichtige Projektpartner aber auch kritische Stimmen bei komplexen Umwelt- und Infrastrukturprojekten zu ermitteln. Es unterstützt sie dadurch darin, partizipative Prozesse professionell aufzugleisen.

Schweizer Gemeinden realisieren jedes Jahr unzählige Umwelt- und Infrastrukturprojekte, etwa im Abwassermanagement, im Hochwasserschutz oder bei der Gewässerrevitalisierung. Das Interesse ist oft gross, genauso die Anzahl an Personen und Gruppen, die mitreden wollen oder müssen. Alle wichtigen Anspruchsgruppen zu identifizieren und frühzeitig einzubeziehen, ist jedoch nicht immer einfach. Gerade kleine und mittlere Gemeinden haben oft nicht die Zeit und die Ressourcen, um einen partizipativen Prozess professionell zu planen. Ist der Prozess jedoch ungenügend vorbereitet, kann das vor allem bei konfliktträchtigen Projekten zu Einsprachen oder Beschwerden führen. Die Projekte werden langwierig und kostspielig.

Auch kritische Stimmen rechtzeitig erkennen und involvieren

Um die Gemeinden in ihrer Arbeit zu unterstützen, haben Forschende vom Wasserforschungsinstitut Eawag und der Universität Bern sowie der Praxispartner Water Excellence AG das digitale Tool PlaNet entwickelt. PlaNet führt die Nutzerinnen und Nutzer durch sieben Schritte, in denen verschiedene Fragen zum Projekt und den involvierten Stakeholdern beantwortet werden müssen. Aufgrund der gemachten Angaben identifiziert das Tool systematisch alle wichtigen Projektpartner aber auch kritische Stimmen und erlaubt eine übersichtliche Beurteilung deren Wichtigkeit und Rolle.
 

Eingabemasken für die Schritte 2 (Abfrage der Anspruchsgruppen)
und 3 (Ermittlung der möglichen Einstellung der identifizierten Anspruchsgruppen) im PlaNet-Tool.
Eingabemasken für die Schritte 2 (Abfrage der Anspruchsgruppen) und 3 (Ermittlung der möglichen Einstellung der identifizierten Anspruchsgruppen) im PlaNet-Tool.

Als Ergebnis stellt PlaNet das Netzwerk aller Akteure und ihrer Ansprüche in einer übersichtlichen Grafik dar. Die einfache Visualisierung soll Gemeinden helfen, den partizipativen Prozess zu systematisieren und zu vereinfachen und dadurch Zeit und Ressourcen zu sparen. Bisherige Nutzerinnen und Nutzer von PlaNet beurteilen das digitale Tool als hilfreich, um schon bei der Planung eines Projekts an unterschiedlichste Akteure, ihre Meinungen und möglichen Einwände zu denken.

Das neue Tool ist unter planet.eawag.ch gratis verfügbar und wird in der neuen Ausgabe von Aqua und Gas im Artikel «PlaNet – ein digitales Tool für Gemeinden» vorgestellt.

Erstellt von Bärbel Zierl