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Fischereiberatung unter neuer Leitung

8. April 2013,

Die von der Eawag, dem Bundesamt für Umwelt und dem Schweizerischen Fischereiverband gemeinsam betriebene Fischereiberatung FIBER ist für weitere drei Jahre gesichert. Mit der Stelle sollen eine nachhaltige Fischerei, das Verständnis für intakte Gewässer und die Erhaltung der Laichgebiete gefördert werden. Neuer Leiter der FIBER ist der Fischbiologe Bänz Lundsgaard-Hansen. 

Seit Mitte 2004 betreiben das Wasserforschungsinstitut Eawag, das Bundesamt für Umwelt (Bafu) und der Schweizerische Fischereiverband (SFV) die gemeinsame Fischereiberatungsstelle FIBER. Deren Hauptaufgabe ist es, Brücken zu schlagen zwischen Forschung, Verwaltung und der fischereilichen Praxis. Im Zentrum stehen die Zusammenarbeit und die Information der Fischerinnen und Fischer im Bereich der jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Gewässerökologie, Fischbiologie und zu einem nachhaltigen Gewässermanagement. Neue Arbeitsschwerpunkte sind aber auch der Schutz und die Revitalisierung von Fischgewässern sowie die Erhaltung und Förderung von Laichgebieten. Diese Themen sind eng verknüpft mit den Aufgaben, welche der Bund mit der Revision des Gewässerschutzgesetzes seit 2011 an die Kantone delegiert hat. Dazu gehören die strategischen Planungen für Revitalisierungen, sowie für die Sanierung von Gewässerabschnitten, die – insbesondere als Folge der Wasserkraftnutzung – von unnatürlichen Abflussschwankungen, Wanderbarrieren oder einem gestörten Geschiebehaushalt betroffen sind. 

«Gut ausgebildete Fischerinnen und Fischer können die Umsetzung des Gesetzes unterstützen, indem sie ihr lokales und regionales Wissen einbringen», sagt der neue Leiter der FIBER, Bänz Lundsgaard-Hansen. Lundsgaard-Hansen hat soeben an der Eawag eine Dissertation abgeschlossen über die Felchen in der Schweiz. Er hat dabei untersucht, wie verschiedene Futterquellen das Werden und Vergehen von Felchenarten beeinflussen und wie die Felchen ihrerseits ein Ökosystem mitprägen können. Nun will der studierte Fischer seiner wissenschaftlichen Arbeit auch Taten folgen lassen: «Wir wissen längst nicht alles, aber sicher genügend, um handeln zu können», sagt er, der selbst ein passionierter Hobbyangler und Taucher ist.

FIBER ist aus dem Forschungsprojekt «Fischnetz» hervorgegangen, das 1998-2004 die Ursachen des Fischrückgangs in der Schweiz untersucht und verschiedene Gegenmassnahmen vorgeschlagen hatte. Neben Eawag, Bafu und SFV sind im Lenkungsausschuss der Beratungsstelle auch die Jagd- und Fischereiverwalter der Kantone und die Schweizerische Vereinigung der Fischereiaufseher vertreten. FIBER wird künftig eng zusammenarbeiten mit dem soeben gestarteten Programm der Eawag «Fliessgewässer Schweiz».

Erstellt von Andri Bryner