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Sarah M. Springman, Rektorin der ETH Zürich, überreicht Matthew Moy de Vitry den Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis. (Bild: ETH Zürich / Giulia Marthaler)

Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis 2020 für Matthew Moy de Vitry

7. Dezember 2020,

Matthew Moy de Vitry gewinnt für seine Dissertation «Public Surveillance and the Future of Urban Pluvial Flood Modelling» den Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis der ETH Zürich.

Am 21. November 2020 durfte Matthew Moy de Vitry den Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis entgegennehmen. Die ETH Zürich zeichnet damit hervorragende Dissertationen und Masterarbeiten auf dem Gebiet des Gewässerschutzes und der Gewässerkunde aus. Moy de Vitry hat mit seiner Arbeit "Öffentliche Überwachung und Modellierung von regenbedingten Überschwemmungen in Städten" gezeigt, dass Überschwemmungen in Städten bei starken Regenfällen – die aufgrund von Klimawandel und Verstädterung ein immer drängenderes Problem sind – unkonventionelle und möglicherweise kontroverse Lösungen erfordern.

Innovative Lösungsansätze für drängende Fragen

Matthew Moy de Vitry dissertierte im November 2019 in der Abteilung Siedlungswasserwirtschaft (SWW) des Wasserforschungsinstituts Eawag. In seiner Forschungsarbeit unter Prof. Max Maurer und Dr. João Leitão beschäftigte er sich mit der Vorhersage von Hochwassern in Städten. Moy de Vitry stellte fest, dass die Modelle, die dazu eingesetzt werden, oftmals nicht zuverlässig genug sind, weil Überwachungsdaten von Überschwemmungsereignissen fehlen, um die Modelle zu kalibrieren und zu validieren. Der Forscher entwickelte daher eine Reihe innovativer Ansätze, um alternative Datenquellen nutzbar zu machen – etwa Bilder und Videos von Verkehrsüberwachungskameras oder aus sozialen Medien.

Besserer Schutz vor Flutereignissen

Moy de Vitrys Arbeit liefert somit eine kostengünstige Methode für Städte, die sich an ein sich änderndes Klima mit stärkeren Niederschlägen anpassen müssen. Damit trägt sie auch dazu bei, Bevölkerung und Infrastruktur besser vor Flutereignissen zu schützen. Die Verleihung des Gewässerschutzpreises an Matthew Moy de Vitry zeigt die Bedeutung auf, die auch die Siedlungswasserwirtschaft für den Schutz der Umwelt hat. Er freut sich über die Auszeichnung und lobt das exzellente Forschungsumfeld an der Eawag mit der engen Verbindung zur ETH und der Unterstützung engagierter Mitarbeitenden, das die Umsetzung seines Dissertations-Projektes in solch einer Breite und Tiefe erst erlaubte.

Im Anschluss an seine Dissertation wechselte Matthew Moy de Vitry im März 2020 als Webentwickler und Datenwissenschaftler zum ETH-Spin-off Hades Technologies AG, das Datenmodelle entwickelt, die Schäden in Abwasserkanälen automatisch mittels maschinellem Lernen erkennen können.

Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis

Prof. Dr. Otto Jaag war ein nicht nur schweizweit, sondern auch international anerkannter Gewässerschutzpionier und leitete die Eawag als Direktor von 1952 bis 1970. Der Fonds «Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis» wurde 1980, zwei Jahre nach seinem Tod, bei der ETH Zürich eingerichtet. Das Preisgeld beträgt 1'000 Schweizer Franken.
 

Publikationen

Peña-Haro, S.; Lüthi, B.; Carrel, M.; Scheidegger, A.; de Vitry, M. M.; Leitão, J. P. (2019) Es überschwemmt und keiner sieht zu?! Oberflächenabflussmessungen im urbanen Raum mittels Videomaterial von Überwachungskameras, Aqua & Gas, 99(5), 44-50, Institutional Repository
Moy de Vitry, M. (2019) Public surveillance and the future of urban pluvial flood modelling, 143 p, doi:10.3929/ethz-b-000397587, Institutional Repository

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Erstellt von Annette Ryser/Marianne Leuzinger