News

Bäume brauchen Wasser zur Kühlung der Städte

12. September 2025 | ETH Zürich, D-BAUG, Iris Mickein

Bäume in Städten gelten als natürliche Mitstreiter im Kampf gegen sommerliche Hitzewellen. Doch wie stark sie zu kühleren Umgebungstemperaturen beitragen können, hängt wesentlich von der Bodenfeuchte ihres Standorts ab. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie von Umweltingenieurwissenschaftlern der ETH Zürich und der Eawag, die mehrere Züricher Stadtquartiere untersucht hat.

Das Forschungsteam wollte wissen, wie gut Bäume zu einem kühleren Stadtklima beitragen können und was sie dafür benötigen. Fazit: Ohne Wasser geht gar nichts. Nur wenn der Boden um die Bäume herum ausreichend durchfeuchtet ist, können diese die Umgebungstemperatur deutlich senken. Die Studie zeigt ferner, dass die Bodenverdunstung, ähnlich wie ein langsam austrocknender Schwamm, wesentlich zur Kühlung der Luft beiträgt.

In Zürichs weniger dicht bebauten Stadtquartieren mit grösseren Grünflächen sorgen bewässerte Bäume für weitgehend hitzestressfreie Klimainseln. In kompakter besiedelten Gegenden hingegen stösst selbst eine üppige Begrünung an ihre Grenzen – insbesondere an sehr heissen Tagen. Dabei hängt die Kühlleistung urbaner Grünflächen nicht nur von der verfügbaren Bepflanzungsfläche, sondern auch von der Wasserversorgung der Bäume ab.

Desweiteren zeigt die Studie, dass Bäume in erster Linie als Schattenspender zum Kühlungseffekt beitragen – weit effizienter als Sträucher und bewässerte Rasenflächen. Eine Bewässerung verstärkt diese Wirkung durch die Verdunstungskühlung, weshalb die Forschenden automatisierte, mit den Wetterdiensten vernetzte Systeme vorschlagen, die Flächen während anhaltender Hitzeperioden feucht halten.

Städte brauchen ein umfassenderes Hitzemanagement

Die Studienergebnisse helfen Städten, effektivere Grünflächen zu planen und zu unterhalten, aber auch ihre Grenzen besser zu verstehen. Bäume zu pflanzen, reicht nämlich nicht. Ebenso wichtig ist ihre Wasserversorgung, insbesondere dort, wo sie den grössten Kühlungseffekt haben sollen. Die Forschenden empfehlen ferner, auch weitere Faktoren wie Baumarten, Bodenbeschaffenheit sowie Alter der Bäume zu untersuchen, um das Kühlungspotenzial urbaner Begrünung besser zu ergründen und zu optimieren.

Doch auch mit Bewässerung und strategischer Planung lösen Bäume laut der Studie das Hitzeproblem extremer Sommertage nicht allein. «Wenn die Hitzewelle über Zürich rollt, reichen Bäume und Wasser allein als Hitzeschutz nicht aus», erläutert Lucas Gobatti, Erstautor und Doktorand im Departement Bau, Umwelt und Geomatik der ETH Zürich und der Eawag. «Die Stadt sollte ihren Massnahmenplan zur Anpassung an den Klimawandel nach dem Vorbild etwa von Barcelona überarbeiten. Dort können sich Bürgerinnen und Bürger während extremer Hitzeereignisse in öffentlichen Gebäuden abkühlen und erfrischen können, um sich vor dem Kollaps zu schützen.»  
 

Titelbild: Bäume mit wenig Platz für die Aufnahme von Oberflächenwasser verdursten und tragen kaum zur Kühlung der Umgebung bei. (Foto: Lucas Gobatti)
 

Originalpublikation

Extbase Variable Dump
array(3 items)
   publications => '34732' (5 chars)
   libraryUrl => '' (0 chars)
   layout => '0' (1 chars)
Extbase Variable Dump
array(1 item)
   0 => Snowflake\Publications\Domain\Model\Publicationprototypepersistent entity (uid=34732, pid=124)
      originalId => protected34732 (integer)
      authors => protected'Gobatti, L.; Bach, P. M.; Maurer, M.; Leitão, J.&n
         bsp;P.
' (82 chars) title => protected'Impact of soil moisture content on urban tree evaporative cooling and human
         thermal comfort
' (91 chars) journal => protected'npj Urban Sustainability' (24 chars) year => protected2025 (integer) volume => protected5 (integer) issue => protected'' (0 chars) startpage => protected'26 (16 pp.)' (11 chars) otherpage => protected'' (0 chars) categories => protected'' (0 chars) description => protected'Urban temperatures are rising, and urban trees can help mitigate the consequ
         ences of heat stress. However, the influence of water availability on the ev
         aporative cooling efficiency of trees across diverse urban settings remains
         insufficiently understood. We modelled how varying soil moisture, built envi
         ronment and tree amounts affect human thermal comfort. Our results show that
          increasing tree cover and maintaining high soil moisture through irrigation
          can generate areas of 'no thermal stress' in Zurich during an average summe
         r day, primarily via direct soil evaporation and in less dense Local Climate
          Zones. In denser built environments and without enough soil moisture, achie
         ving such thermal comfort proved more challenging. On extreme summer days, h
         owever, even extensive tree planting and full irrigation were insufficient t
         o alleviate heat stress, indicating the need for additional adaptation strat
         egies. Our study underscores the critical but limited role of tree planting
         and water management in mitigating urban heat, offering practical recommenda
         tions for green infrastructure managers. (Figure presented.)
' (1124 chars) serialnumber => protected'' (0 chars) doi => protected'10.1038/s42949-025-00220-0' (26 chars) uid => protected34732 (integer) _localizedUid => protected34732 (integer)modified _languageUid => protectedNULL _versionedUid => protected34732 (integer)modified pid => protected124 (integer)
Gobatti, L.; Bach, P. M.; Maurer, M.; Leitão, J. P. (2025) Impact of soil moisture content on urban tree evaporative cooling and human thermal comfort, npj Urban Sustainability, 5, 26 (16 pp.), doi:10.1038/s42949-025-00220-0, Institutional Repository