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Neues Biodiversitätszentrum von WSL und Eawag
27. Januar 2026 |
Wie beeinflussen Biber die Biodiversität im Wasser und an Land? Können offene Wasserflächen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität in Städten und urbanen Gebieten abschwächen? Solche Fragen beantworteten Forschende von WSL und Eawag in der Vergangenheit in gemeinsamen Forschungsprojekte. Um diese Zusammenarbeit der beiden Forschungsinstitute weiter zu stärken, haben WSL und Eawag nun das WSL-Eawag Biodiversitätszentrum gegründet.
Das von beiden Forschungsinstituten getragene Zentrum will Wissenschafterinnen und Wissenschafter von WSL und Eawag, aber auch weitere Forschende und die Praxis zusammenbringen, um Synergien zu schaffen und die Sichtbarkeit der Biodiversitätsforschung der beiden Institute zu erhöhen. Das Zentrum hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen zusammenzubringen, damit diese Ideen austauschen und Kooperationen zwischen den beiden Instituten aufbauen. Entstanden ist das gemeinsame Zentrum aus dem WSL-Biodiversitätszentrum, das 2020 gegründet wurde.
Offizieller Startanlass des neuen Zentrums war der gemeinsam durchgeführte Biodiversity Research Day vom 22. Januar an der WSL Birmensdorf, bei dem Forschende der beiden Institute ihre laufenden Arbeiten im Bereich Biodiversität präsentierten. «Ich war sehr beeindruckt vom aktiven Engagement unserer Biodiversitätsgemeinschaft und von den vielfältigen Beiträgen. Das ist ein sehr ermutigender Start für das neue Zentrum!», sagt Blake Matthews, Gruppenleiter bei der Eawag und Co-Leiter des Biodiversitätszentrums.
Enge Kooperation geht weiter
Die beiden Forschungsinstitute arbeiten schon länger eng im Bereich Biodiversität zusammen, etwa im Rahmen der gemeinsamen Forschungsinitiative Blue-Green Biodiversity, bei der Organisation von gemeinsamen Summer Schools zu blau-grüner Biodiversität oder neu auch in einer Initiative zur Überwachung der biologischen Vielfalt (BiMo), die neue Ansätze wie Umwelt-DNA, Fernerkundung und automatisierter Bildanalyse entwickeln wird, um die terrestrische und aquatische Biodiversität besser überwachen zu können. Das gemeinsame Biodiversitätszentrum ist ein weiterer Schritt Richtung enger Kooperation zwischen den beiden Instituten.
Catherine Graham (WSL) und Blake Matthews (Eawag) leiten das Zentrum, Nadia Castro koordiniert die Aktivitäten. Unterstützt wird das Zentrum durch ein Lenkungsausschuss mit Forschenden der beiden Institutionen. Zu den Angeboten gehören Workshops, Summer Schools, ein jährliches Biodiversitätssymposium und ein Forschungstag sowie eine Seminarreihe zum Thema Biodiversität und ein Journal Club.
Die Zusammenarbeit der beiden Institute stärkt die Biodiversitätsforschung in der Schweiz. Forschende beobachten ähnliche Muster im Wandel der Biodiversität in terrestrischen und aquatischen Ökosystemen, aber auch deutliche Unterschiede. «So gewinnen wir Einblicke in gemeinsame Mechanismen des Wandels, erkennen Unterschiede zwischen Ökosystemen und entwickeln hilfreiche Methoden und theoretische Ansätze für die Biodiversitätsforschung. Die integrierte Forschung über Land- und Wasserökosysteme hinweg bietet grosses Potenzial, neue Erkenntnisse für das zukünftige Management der Biodiversität und der damit verbundenen Ökosystemleistungen zu liefern», sagt Catherine Graham.
Titelbild: Am gemeinsamen Biodiversity Research Day vom 22. Januar 2026 startete das WSL-Eawag Biodiversitätszentrum offiziell. (Foto: Beate Kittl, WSL)