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Den Düften auf der Spur

14. März 2019 | Stephanie Schnydrig

Ein neu entwickeltes Gerät der Eawag schafft, was bisher kaum möglich war: Es weist nach, ob und wie stark Duftstoffe in der Umwelt von Fischen aufgenommen werden. Möglich macht dies ein spiegelglattes Kästchen mit einer Art Sieb aus Darmzellen von Fischen.

Duftstoffe finden sich in sehr vielen Alltagsprodukten: In Kosmetika, Wasch- und Putzmitteln und Duftspendern. Wenn diese Stoffe in Kläranlagen nicht oder nicht vollständig abgebaut werden, landen sie schlussendlich in Flüssen und Seen. Deshalb müssen Firmen solche Substanzen auf ihr Umweltrisiko untersuchen, bevor sie diese in Produkten einsetzen. Eine wichtige Testgrösse hierfür ist die Anreicherung der Stoffe in Fischen. Nur: Einfach zu testen sind Duftstoffe nicht, denn viele binden leicht an Oberflächen und sind flüchtig, damit wir sie riechen können. «Das führt dazu, dass die Gerüche im Laufe der Experimente sozusagen verpuffen», sagt Hannah Schug, Biologin und Doktorandin in der Abteilung Umwelttoxikologie bei Kristin Schirmer.

Darmzellen als biologische Barriere

Deshalb hat Hannah Schug in Zusammenarbeit mit einem führenden Dufthersteller an einem neuartigen Testgerät getüftelt. Die Innenseite des Geräts von der Grösse eines kleinen Rubikwürfels ist spiegelglatt, sodass möglichst keine Duftstoffe an den Oberflächen haften bleiben und es ist hermetisch abgeschlossen, damit die Stoffe nicht entweichen. Im TransFEr-Kammer genannten Testgerät befinden sich zwei Kompartimente. Diese sind getrennt durch Darmzellen, die den Darm – die Eintrittspforte für viele Substanzen – eines Fisches nachahmen. In den oberen Teil der Kammer kommt die zu untersuchende Substanz. Im unteren Teil lässt sich messen, wie viele Moleküle die Darmzellen durchdringen. Die resultierenden Werte zeigen, wie stark Fische bestimmte Substanzen wie eben Duftstoffe über ihren Darm aufnehmen und somit potentiell anreichern können. 

Das neue Testsystem hat die Grösse eines kleinen Rubikwürfels.
(Quelle: Schug et al., 2018)

Auch Pharmaforschung könnte profitieren

Das von Hannah Schug entwickelte Gerät hilft nicht nur Umwelttoxikologen, sondern dürfte sich künftig auch in anderen Forschungsbereichen als nützlich erweisen – zum Beispiel in der Humantoxikologie und Pharmakologie. Hier testen Pharmafirmen bereits mit menschlichen Zelllinien wie gut medizinische Wirkstoffe über den Darm aufgenommen werden können. Aber manche dieser Substanzen weisen ähnliche Eigenschaften wie Duftstoffe auf und sind daher schwierig zu testen. «Mit unserem Gerät wäre dies nun möglich», sagt Schug und erklärt weiter: «Diejenigen Substanzen, welche die menschlichen Darmzellen in der TransFEr-Kammer nicht durchdringen können, müssten dann gar nicht erst an Tieren getestet werden.» Solche Zelllinienversuche haben somit das Potential, Tierversuche in der Umwelt- und Medizinforschung zu reduzieren und womöglich zu ersetzen.

Forschen um Tierversuche zu vermeiden

Um die Anreicherung und toxische Wirkung von Substanzen zu bestimmen, ist die Forschung noch von Tierversuchen abhängig. Das Team um Kristin Schirmer arbeitet an Alternativen und entwickelt experimentelle und theoretische Werkzeuge, um Tierversuche für die Umweltrisikobewertung künftig zu verringern oder sogar ganz zu vermeiden.

Originalpublikation

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         hemical exposure concentrations. To overcome this limitation, we constructed
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          intestinal cell line, RTgutGC. Key features of the chamber are its closed d
         esign and rotatable silicon segments, which can serve for chemical dosing an
         d sampling. Using the fragrance damascone beta (log <i>K</i><sub>OW</sub>:
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         at our exposure chamber provides for stable chemical exposure concentrations
          and full mass balance. The RTgutGC epithelium served as barrier for damasco
         ne beta transfer, which we attribute to chemical retention and biotransforma
         tion in the intestinal cells. Nevertheless, substantial transfer of the chem
         ical across the epithelium occurred. When a chemical sink, i.e. a silicon se
         gment, was included in the basolateral chamber to mimic blood constituents b
         inding <i>in vitro</i>, transfer was about three-fold enhanced. We suggest t
         hat the presented methodology can help to obtain insights into chemical upta
         ke mechanisms via the intestinal or other epithelia of fish and other animal
         s for hydrophobic and volatile chemicals.
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Schug, H.; Begnaud, F.; Debonneville, C.; Berthaud, F.; Gimeno, S.; Schirmer, K. (2018) TransFEr: a new device to measure the transfer of volatile and hydrophobic organic chemicals across an in vitro intestinal fish cell barrier, Analytical Methods, 10(36), 4394-4403, doi:10.1039/C8AY01253A, Institutional Repository