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Einfache Probenahme für Umwelt-DNA (Foto: Eawag, Elvira Mächler)

Ergänzung zum Würmchen zählen für die Praxis

1. Dezember 2020,

Die immer besser etablierte Analyse von Erbgutbruchstücken und deren Zuordnung zu einzelnen Arten verändert die Auswertung der biologischen Vielfalt rasant. Eine Wasserprobe aus einem Gewässer erlaubt ein schnelles Biomonitoring aquatischer Lebensräume. Doch die Bestimmung von Umwelt-DNA hat auch ihre Tücken. Koordiniert vom Bundesamt für Umwelt hat daher ein Team von Expertinnen und Experten mit massgeblicher Beteiligung der Eawag Richtlinien erarbeitet, was von der Probenahme bis zur Interpretation der Werte in der Praxis zu beachten ist, um verlässliche Resultate zu erhalten.

Auch wenn die Erfassung von Umwelt-DNA (auch eDNA für «environmental DNA") das klassische Bestimmen und Zählen von Arten nie vollständig ersetzen kann, ist die neue Technik mehr als eine blosse Ergänzung dazu. Doch welche Vor- und Nachteile hat das Verfahren, welche Methoden stehen zur Verfügung, welche guten Praktiken und Routine-Standards sollten angewendet werden? Solche Fragen beantworten die nun (in Deutsch, Französisch und Englisch) vorliegenden Richtlinien «Anwendung von eDNA-Methoden in biologischen Untersuchungen und bei der biologischen Bewertung von aquatischen Ökosysteme».
 

Ziel der Publikation ist es, Fachleuten aus Ökobüros, Fachstellen von Bund und Kantonen oder auch weiteren Forschergruppen den Einstieg in die neue Technik zu erleichtern und einen Überblick über den aktuellen technischen Stand und mögliche Anwendung zu geben. Auch wenn sich die eDNA-Analyse rasant weiterentwickelt, sollen gemeinsame Standards und Verfahren schon heute zu wissenschaftlich zuverlässigen Resultaten führen. Fallbeispiele, detaillierte Protokolle und bewährte Praktiken erleichtern die Verarbeitung von eDNA-Proben und tragen zu einer möglichst vergleichbaren Anwendung der Methode bei. Letztlich soll die Richtlinie zu einer einheitlichen Vollzugspraxis führen und eine rechtskonforme Umsetzung von schweizweiten Vorgaben fördern. Entstanden ist die neue Richtlinie unter der Ägide des BAFU in einer Zusammenarbeit zwischen der Eawag, sowie den Universitäten Zürich und Genf.

Originalpublikation

Pawlowski J., Apothéloz-Perret-Gentil L., Mächler E. & Altermatt F. 2020. Anwendung von eDNA-Methoden in biologischen Untersuchungen und bei der biologischen Bewertung von aquatischen Ökosystemen. Richtlinien. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Wissen Nr. 2010.

Erstellt von Andri Bryner