Abteilung Umweltsozialwissenschaften

Interventionen im Bereich Wasser, Abwasser und Hygiene zur Prävention und Bekämpfung von Cholera im Tschadbecken

Projektbeschreibung

Die Aufbereitung von Trinkwasser und dessen sichere Lagerung im Haushalt sind vielversprechende Ansätze zur Sicherung der Wasserqualität und kann bei konsequenter Anwendung zu signifikanten Reduktion in der Prävalenz von Durchfallerkrankungen beitragen.
Dieses Projekt zielt darauf ab, datengestützte Interventionsprogramme auf Gemeindeebene mit einem besonderen Fokus auf private Trinkwasser-Aufbereitung umzusetzen und auszuwerten. In Zusammenarbeit mit der WHO sind, basierend auf den Erkenntnissen dieses Projektes, praktische Hilfsmittel geplant für den Einsatz durch Regierungen und Praktiker im Bereich öffentliche Gesundheit. Der geographische Schwerpunkt liegt auf Ortschaften im Tschad-See-Becken.


Kontext
Weltweit ist die Cholera auf dem Vormarsch, mit geschätzten 3,5 Millionen Cholera-Fällen und 100 000 bis 120 000 Todesfällen jedes Jahr (WHO, 2012). Der jüngste Anstieg der Cholera wird direkt mit der ständig zunehmenden Zahl gefährdeter Menschenverbunden, die in unhygienischen Bedingungen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen sanitären Einrichtungen und Hygiene leben. Der reaktionäre Ansatz mit der kurzfristigen Einrichtung von Behandlungszentren im Kampf gegen Cholera-Ausbrüche hat es versäumt, die Mortalität und Morbidität zu verringern. Einen effektiven Rückgang der Cholera und Durchfallerkrankungen auf nachhaltige Weise erfordert einen Fokus auf langfristige Präventionsmaßnahmen, darunter den Zugang zu sauberem Trinkwasser, Abwasserentsorgung und Hygiene. Die Verknüpfung von Präventionsmassnahmen mit Gesundheitsprogrammen wird zunehmend als ein Mittel erkannt, um die am stärksten gefährdeten Gruppen zu erreichen (d.h. Nomaden, Kinder und junge Erwachsene) und kann die Synergieeffekte mit anderen verwandten Mangelzuständen (z.B. Unterernährung) maximieren.

Zielsetzung
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, ein Programm zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und Hygiene zu erstellen und testen, um effektiv und nachhaltig Cholera-Fälle zu verhindern. Spezifische Ziele sind:

  • einen mehrgleisigen Ansatz zur Eindämmung der Cholera bereitzustellen durch die Förderung von Trinkwasseraufbereitung, sanitären Einrichtungen und persönlicher Hygiene, die Gemeinschafts- und Haushalts-basierte Präventionsaktivitäten integriert;
  • die Entwicklung von Verhaltensänderung Interventionen basierend auf Beweise aus Grundlagenstudie Targeting identifiziert psychologischen Faktoren zu befassen; und
  • die Überwachung und Bewertung der Wirksamkeit des mehrgleisigen Ansatzes.


Aktivitäten
Schritt 1 & 2: identifizieren, messen und bestimmen, welche Verhaltensfaktoren Händewaschverhalten und Trinkwasser-Chlorierung beeinflussen:

  • Von November bis Dezember 2013 wurde eine Referenzstudie zu den psychologischen Determinanten von Trinkwasser-Chlorierung und Händewaschen in einer Stichprobe von 1.000 Haushalten im durchgeführt.
  • Wissen um Gesundheitsthemen, soziale und persönliche Normen, sowie das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wurden als die wichtigsten Verhaltensfaktoren identifiziert. Darüber hinaus wurde ein Mangel an Infrastruktur zum Händewaschen festgestellt.


Schritt 3: Verhaltensänderungs-Techniken (BCTs) auswählen und Strategien zur Förderung von Trinkwasser-Chlorierung und Handwasch-Stationen erstellen:

  • Eine Kombination von BCTs wurde ausgewählt, um gezielt die identifizierten Schlüsselfaktoren anzusprechen und dann in einer Kampagne kombiniert. Diese BCTs enthalten Informationen über die Bewertung von Kosten und Nutzen der Zielverhalten, Information über das Verhalten anderer, Aufforderungen zur öffentlichen Verpflichtung, sowie die Bereitstellung von Hilfestellungen zum Aufbau notwendiger Infrastruktur.


Schritt 4: Durchführung und Bewertung der Verhaltensänderungsstrategien:

  • Die Umsetzung der entwickelten Strategien, wurde von Freiwilligen des örtlichen Gesundheitspersonals durchgeführt, die eine umfassende Schulung und die notwendigen Materialien erhalten haben. Von Mai bis September 2015 sowie von Dezember 2015 bis Januar 2016 wurden öffentliche Veranstaltungen in den Interventions- bzw. Kontrollgemeinden jeweils unterschiedliche öffentliche Veranstaltungen zu den beiden Themen Händewaschen und Trinkwasseraufbereitung organisiert.

Publikationen

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         inked to high rates of morbidity and mortality. Contaminated drinking water
         and the lack of sufficient treatment are two of the key causes of high trans
         mission rates. This article presents a representative health survey performe
         d in Chad to inform future intervention strategies in the prevention and con
         trol of cholera. To identify critical psychological factors for behavior cha
         nge, structured household interviews were administered to <em>N</em> = 1,017
          primary caregivers, assessing their thoughts and attitudes toward household
          water treatment according to the Risk, Attitude, Norm, Ability, and Self-re
         gulation model. The intervention potential for each factor was estimated by
         analyzing differences in means between groups of current performers and nonp
         erformers of water treatment. Personal risk evaluation for diarrheal disease
         s and particularly for cholera was very low among the study population. Like
         wise, the perception of social norms was found to be rather unfavorable for
         water treatment behaviors. In addition, self-reported ability estimates (sel
         f-efficacy) revealed some potential for intervention. A mass radio campaign
         is proposed, using information and normative behavior change techniques, in
         combination with community meetings focused on targeting abilities and perso
         nal commitment to water treatment.
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Lilje, J.; Kessely, H.; Mosler, H.-J. (2015) Factors determining water treatment behavior for the prevention of cholera in Chad, American Journal of Tropical Medicine and Hygiene, 93(1), 57-65, doi:10.4269/ajtmh.14-0613, Institutional Repository