Abteilung Oberflächengewässer

Lebensraum Gewässer – Sedimentdynamik und Vernetzung

Sarine


Laichplatz, Lebensraum, Mittagstisch – mineralische Feststoffen wie Kies oder Sand haben eine grosse ökologische Bedeutung. In vielen von unseren Gewässern ist aber der Eintrag von gröberem Material, dem Geschiebe, reduziert, zum Beispiel aufgrund von Dämmen zur Wasserkraftnutzung oder Geschiebesammlern zur Gefahrenprävention. Gewässer mit einem Geschiebedefizit sind oft eingetieft und von ihrem Umland abgekoppelt.

Das Projekt «Lebensraum Gewässer» ist eine gemeinsame Initiative des Bundesamts für Umwelt und Forschenden von Flussbau (VAW-ETHZ, LCH-EPFL) und Ökologie (WSL, Eawag). Eingebettet in das langfristige Programm «Wasserbau und Ökologie» untersucht es in 13 Teilprojekten die komplexen Zusammenhänge zwischen Geschiebedefizit, Hochwasserschutz und den Lebewesen im und am Fluss, unter Berücksichtigung des gesamten Gewässerraums.
In den drei Teilprojekten der Eawag gehen wir folgenden Hauptfragen nach:

  • Seitliche Vernetzung: Verringert sich der Stoff- und Energiefluss in seitlicher Richtung, wenn es an Geschiebe fehlt (z.B. Nährstoffe, schlüpfende Insekten)? Wie wirkt sich dies auf das Nahrungsnetz im Wasser und an Land aus?
  • Lebensraumvielfalt: Ist die Lebensraumvielfalt bei einem Geschiebedefizit reduziert (z.B. Verfügbarkeit Refugien)? Was hat dies für Auswirkungen auf die Erholungsfähigkeit von Lebensgemeinschaften nach Hochwassern oder Trockenheit?
  • Fortpflanzung Forelle: Erreichen Forellen die Geschlechtsreife bei grösserer Körpergrösse, wenn das Sohlsubstrat grob ist? Wie wirkt sich dies auf den Fortpflanzungserfolg aus, z.B. im Zusammenspiel mit Veränderungen des Geschieberegimes?

Eine Übersicht zum Gesamtprojekt findet sich auf unserer Website www.rivermanagement.ch