Abteilung Fischökologie & Evolution

Fischökologie & Evolution (FishEc)

Wir arbeiten an Ökologie, Evolution und Biodiversität von aquatischen Organismen, mit Schwerpunkt auf Fischen. Wir erforschen die Mechanismen der Entstehung, der Persistenz und des Verlustes von Biodiversität.

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News

11. Juli 2018
A dense linkage map of Lake Victoria cichlids improved the Pundamilia genome assembly and revealed a major QTL for sex-determination
Genetische "linkage maps" sind essential für komparative Genomik. In dieser Studie haben wir Marker via "restriction-site associated DNA (RAD) sequencing" identifiziert und genotypisiert und so eine genetische "linkage map" erstellt, die auf 1,597 SNP Marker einer interspezifischen F2 Kreuzung zweier nah verwandten Lake Victoria Cichliden (Pundamilia pundamilia und P. sp. ‘red head’) basiert. Diese hoch-aufgelöste "linkage map" wurde dazu benutzt, die "Gerüste" (scaffolds) des Pundamilia Genoms zu verankern und Rekombinationsraten entlang des Genoms zu schätzen. Via QTL mapping haben wir einen grossen Locus für Geschlechtsbestimmung in einer ~1.9 Mb grossen Region auf der Pun-LG10 identifiziert, welche homolog zu jener von Oreochromis niloticus LG 23 (Ore-LG23) ist und welche ein Gen (amh) enthält, das bei verschiedenen Wirbeltier-Arten bekannten für die Geschlechtsbestimmung verantwortlich ist.

Publikation

1. Juli 2018
Distinct colonization waves underlie the diversification of the freshwater sculpin (Cottus gobio) in the Central European Alpine region
Kay Lucek und Kollegen haben herausgefunden dass innerhalb des Aare Einzugsgebietes die Populationen von geographisch weit entfernten Seen näher miteinander verwandt sind, als mit den nahen Flusspopulationen. Dieses Muster ist eher konsistent mit zwei unterschiedlichen Kolonisierungswellen als mit parapatrischer ökologischer Artbildung nach einer einzigen Kolonisierungswelle. Ausserdem finden sie zwei Tiefenverteilungsmodi in drei Seen des Aare-Einzugsgebietes (seicht und tief) und signifikante genomweite Dieferenzierung zwischen diesen in einem See. Die Groppen des Aare-Einzugsgebietes sind möglicherweise in einem frühen Stadium einer adaptiven Radiation mit der Entwicklung von einer See-Linie, die sich von den parapatrischen Flussgroppen unterscheidet und dem wiederholten Beginn von Tiefen-angepasster Differenzierung.

Publikation

27. Juni 2018
Experimental evidence for rapid genomic adaptation to a new niche in an adaptive radiation
Wie schnell können sich Organismen an ein neues Habitat anpassen? Um diese Frage zu beantworten hat Tom Reimchen von der Universität Victoria, Kanada, 1993 ein Selektionsexperiment angesetzt und Dreistachlige Stichlinge aus einem grossen See für 19 Jahre in einem kleinen Teich evoluieren lassen. Analysen von David Marques an der Eawag / Universität Bern, die eben in Nature Ecology & Evolution wurden, zeigen nun, dass natürliche Auslese zu sehr schnellen und voraussgbaren Anpassungen in Genen geführt hat, welche für Feindabwehr, Körperfärbung und das Farbensehen zuständig sind.

Publikation

Blog zum Hintergrung

7. Juni 2018
Deciphering the Interdependence between Ecological and Evolutionary Networks 
Biological systems consist of ecological and evolutionary processes that interact within and across hierarchical levels. Yet quantitative frameworks to explore the complex dynamics of biological systems when interdependencies among levels of the hierarchy occur are scarce. In this study Melián et al. show that disentangling a network is not enough to understand biodiversity: we need data-driven theory to tangle hierarchical networks to fully understand the webs of life.
Publikation

9. Mai 2018
Arrival order and realease from competition does not explain why haplochromine cichlids radiated in Lake Victoria
Moritz Muschick und Kollegen haben Sediment-Bohrkerne aus dem Viktoriasee nach Fossilien in Schichten vor und nach der Austrocknung des Sees durchsucht, um die Hypothese des "priority effect" zu testen. Sie konnten zeigen, dass die Cichliden nicht die ersten waren, die im sich vor 15'000 Jahren wieder auffüllenden Seebecken ankamen, sondern dass andere evolutionäre Linien wie Cypriniden und 'Tilapien' auch schon vorhanen waren. Es war also nicht die verringerte Konkurrenz mit anderen Arten, die es den haplochrominen Cichliden ermöglichte eine solche Radiation zu machen.
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9. Mai 2018
IUCN-Bericht gegen drohendes Artensterben im Viktoriasee
Der Viktoriasee in Ostafrika ist bekannt für seine grosse Artenvielfalt. Doch zahlreiche Fische, Mollusken, Krustentiere oder Wasserpflanzen sind bedroht. Dies zeigt ein neu erschienener Bericht der International Union for Conservation of Nature (IUCN), zu dem auch die Eawag beigetragen hat.
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08. Mai 2018
Evolutionäres Wettrüsten
Wenn die einzellige Alge Chloralla variablis und ihr für sie tödlicher Kontrahent, das Chlorovirus, miteinander ringen, kommt in verschiedenen identischen Versuchen immer wieder das Gleiche raus: Nach wiederholten Phasen des Zusammenbruchs und der Wiederbesiedelung sind die meisten Algenzellen in jedem wiederholten Versuch gegen den Erreger resistent.
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Forschungsprojekte

We investigate the mechanisms of speciation and adaptive radiation
Genome evolution and genomic divergence across the Swiss Alpine whitefish radiation
Investigating the interactions between migration ecology, local adaptation and diversification